Erwerb der allgemeinen Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg

Die Nichtschülerabiturprüfung ist eine besondere Prüfungsform zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife. Die Prüfung können Personen ohne vorherigen Besuch einer staatlichen oder staatlich anerkannten Schule, die zum Abitur führt, ablegen.

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Junger Mann in einem blauen Hemd mit Unterlagen in der Hand, der den Betrachter anlächelt

Voraussetzungen und Zuständigkeit

Menschen, die erst als Erwachsene ihr Bildungspotential entdecken und das Abitur erwerben möchten, oder besonders begabte Berufstätige können eine Nichtschülerabiturprüfung ablegen. 

Um zur Prüfung antreten zu können, müssen Sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Ihr Antrag auf Zulassung muss mit allen notwendigen Unterlagen bis spätestens zum 15. Dezember eines Jahres der Schulaufsichtsbehörde vorliegen.
     
  • Nach Eingang der vollständigen Meldeunterlagen müssen Sie der Aufforderung zur Zahlung der Prüfungsgebühr in Höhe von 325,00 € nachkommen. Der Zahlungseingang der Prüfungsgebühr ist die Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
     
  • Zugelassen werden kann nur, wer zum Meldetermin das 19. Lebensjahr vollendet hat, bei besonders befähigten Berufstätigen gilt die Vollendung des 25. Lebensjahrs.

Für die Organisation und Durchführung der Nichtschülerabiturprüfungen ist hessenweit das Staatliche Schulamt in Gießen zuständig:

Staatliches Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis
Nichtschülerabiturprüfung
Schubertstraße 60
35392 Gießen

Bei Rückfragen können Sie sich an die angegebenen Ansprechpartner wenden.

Für die Meldung einzureichende Unterlagen

Dem in zweifacher Ausarbeitung vorzulegenden Meldebogen sind die nachfolgenden Unterlagen beizufügen. In begründeten Fällen kann von der Vorlage einzelner Unterlagen abgesehen werden.

Einzureichen sind:

  • ein tabellarischer Lebenslauf mit Darstellung des schulischen und beruflichen Werdegangs sowie Angaben über die bisherige Tätigkeit bis zur Gegenwart,
     
  • ein eigenhändig unterzeichnetes Lichtbild, das nicht älter als ein Jahr sein darf,
     
  • eine amtlich beglaubigte Fotokopie der Geburtsurkunde,
     
  • eine amtlich beglaubigte Fotokopie des Zeugnisses, in dem der mittlere Abschluss bestätigt wird,
     
  • der Nachweis über den ersten Wohnsitz oder den Arbeitsplatz in den letzten 12, bei besonders befähigten Berufstätigen in den letzten 36 Monaten vor dem Meldetermin, gegebenenfalls eine Bescheinigung eines Vorbereitungsinstituts in Hessen oder einer genehmigten Ersatzschule in Hessen,
     
  • für nicht seit wenigstens einem Jahr in Hessen lebende oder arbeitende Antragstellerinnen und Antragsteller oder für nicht seit wenigstens drei Jahren in Hessen lebende oder arbeitende besonders befähigte Berufstätige eine Bescheinigung eines Vorbereitungsinstituts aus Hessen oder einer genehmigten Ersatzschule in Hessen,
     
  • eine Erklärung, ob die Antragstellerin oder der Antragsteller in den 12 Monaten vor dem Meldetermin Schülerin oder Schüler einer öffentlichen Schule oder einer anerkannten Ersatzschule gewesen ist (siehe Antragsformular),
     
  • eine Erklärung, dass die Antragstellerin oder der Antragsteller gegenwärtig bei keiner anderen Stelle eine Zulassung zu einer Prüfung, die zur allgemeinen Hochschulreife führt, beantragt hat (siehe Antragsformular),
     
  • eine Erklärung darüber, ob und gegebenenfalls wo die Antragstellerin oder der Antragsteller schon einmal den Versuch gemacht hat, die allgemeine Hochschulreife zu erwerben oder sich um Zulassung zu einer solchen Prüfung beworben hat (siehe Antragsformular),
     
  • ein Bericht über die Prüfungsvorbereitung, der für jedes gewählte Fach auf gesondertem Blatt genaue Angaben über die in den Prüfungsfächern durchgearbeiteten Stoffgebiete enthält.

Antragstellerinnen oder Antragsteller, die einen von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassenen oder als geeignet anerkannten Fernlehrgang erfolgreich abgeschlossen haben, legen die entsprechenden Unterlagen zum Nachweis ihrer angemessenen Vorbereitung nach OAVO § 43 Abs. 2 Nr. 10 vor. Gleiches gilt für Antragstellerinnen und Antragsteller, die Schülerin oder Schüler einer genehmigten Ersatzschule sind.

Ergänzende Unterlagen für besonders befähigte Berufstätige

Besonders befähigte Berufstätige, haben zusätzlich folgende Unterlagen vorzulegen:

  • eine amtlich beglaubigte Fotokopie des Zeugnisses der Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, des Abschlusszeugnisses einer zweijährigen Berufsfachschule, die auf einem mittleren Abschluss aufbaut, des Realschulabschlusszeugnisses einer mindestens zweijährigen Berufsfachschule, die zum mittleren Abschluss führt, des Abschlusszeugnisses der Ausbildung für die Laufbahn des mittleren oder gehobenen Dienstes oder der entsprechenden Ausbildung für Berufs- und Zeitsoldaten zum Unteroffizier oder Offizier,
     
  • einen vollständigen Nachweis über Art, Dauer und Ort von mindestens fünfjähriger, im Falle einer Abschlussprüfung nach § 40 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes mindestens siebenjähriger Berufsausübung, wobei der Abschluss einer zweijährigen Fachschule bis zu einem Jahr, Fortbildungsmaßnahmen nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung bis zu einem halben Jahr angerechnet werden; die selbstständige Führung eines Familienhaushaltes mit mindestens drei Personen, in Ausnahmefällen mit einer erziehungs- oder pflegebedürftigen Person, ist anderen Berufstätigkeiten gleichgestellt,
     
  • gegebenenfalls eine Bescheinigung der Agentur für Arbeit über Zeiten von Arbeitslosigkeit,
     
  • die Angabe der Antragstellerin oder des Antragstellers, welche studienrelevanten Kenntnisse und Fähigkeiten während der Berufstätigkeit erworben wurden und in welchem der an wissenschaftlichen Hochschulen des Landes Hessen angebotenen Fächer sie oder er die wissenschaftliche Prüfung ablegen will,
     
  • eine Erklärung, ob die Antragstellerin oder der Antragsteller ihre oder seine schriftliche Prüfung im Fach Mathematik oder in einer der Fremdsprachen nach OAVO § 45 Abs. 2 und 3 wählt (siehe Antragsformular).

Ergänzende Unterlagen für Nicht-EU Bürger

Antragstellerinnen und Antragsteller, die nicht Bürger der Europäischen Union sind, legen darüber hinaus vor:

  • eine amtlich beglaubigte Fotokopie des gültigen internationalen Reiseausweises mit gültiger Aufenthaltserlaubnis,
     
  • gegebenenfalls eine amtlich beglaubigte Fotokopie der gültigen Arbeitserlaubnis (nur bei Ausübung einer beruflichen Tätigkeit),
     
  • gegebenenfalls eine amtlich beglaubigte Fotokopie des amtlichen Bewertungsbescheids der ausländischen Vorbildungsnachweise,
     
  • gegebenenfalls eine amtlich beglaubigte Fotokopie der Entscheidung über die Anerkennung als Asylberechtigte oder Asylberechtigter mit Rechtskraftvermerk.

Werden amtlich beglaubigte Fotokopien der ausländischen Originalzeugnisse sowie der Geburtsurkunde vorgelegt, so sind amtlich beglaubigte Übersetzungen dieser Unterlagen zusätzlich einzureichen.

Zulassung zur Prüfung und Ablauf

Nach der Meldung zur Nichtschülerabiturprüfung erhalten Sie auf dem Postweg weitere Informationen über die Modalitäten der Zahlung der Prüfungsgebühr. Nach fristgerechter Zahlung der Prüfungsgebühr erfolgen die Zulassung zur Prüfung und die Zuweisung an eine Prüfungsschule.

Die Prüfungsaufgaben der schriftlichen Abiturprüfung werden landesweit einheitlich gestellt und an festgelegten Prüfungstagen geschrieben. Die entsprechenden Prüfungstermine, weitergehende Informationen zu den Lehrplänen, Prüfungsmodalitäten, Leselisten und Handreichungen finden Sie auf dem Internetauftritt des Hessischen Kultusministeriums (siehe die unten angegebenen Links).

Das Ergebnis des schriftlichen Prüfungsteils teilt Ihnen die jeweilige Prüfungsschule innerhalb von sechs Wochen mit. Nach dem Bestehen des ersten Prüfungsblocks und der Zulassung zu den mündlichen Prüfungen werden die mündlichen Prüfungstermine durch die Prüfungsausschüsse der jeweiligen Prüfungsschulen festgelegt. Die Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden hierüber durch die Prüfungsschulen informiert.

Das Staatliche Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis stellt bei erfolgreicher Prüfung das Abiturzeugnis aus. Informationen zur Gewichtung der einzelnen Prüfungsteile und zur Zusammensetzung der Endnote entnehmen Sie bitte der Prüfungsordnung.

Tritt ein Prüfling aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, nicht an, können 80 % der gezahlten Prüfungsgebühr rückerstattet werden. Ein Nachweis erfolgt durch die Vorlage eines ärztlichen Attestes.

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