Häufig gestellte Fragen zur Nichtschülerabiturprüfung

Nachfolgend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Nichtschülerabiturprüfung. Bei darüber hinausgehenden Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an den angegebenen Kontakt.
Grafik mit einem Mädchen, dem Symbole von Fragezeichen und eine Glühbirne um den Kopf schwirren
Welche Voraussetzungen hinsichtlich der Vorbildung müssen vorhanden sein?

Es muss bereits ein mittlerer Bildungsabschluss erreicht worden sein.

Wie setzt sich die Abiturprüfung zusammen?

Die Abiturprüfung besteht aus zwei Prüfungsteilen: Der erste Teil besteht aus den schriftlichen Prüfungen, die zeit- und inhaltsgleich mit den Prüfungen des Hessischen Landesabiturs abgelegt werden. Der zweite Teil besteht aus den mündlichen Prüfungen.

Welche Prüfungsvorbereitung muss geleistet werden?

Sie können sich selbst vorbereiten oder sich von einem Vorbereitungsinstitut unterstützen lassen, das auf der Basis der hessischen Richtlinien auf die Prüfung vorbereitet. Grundlage sind die hessischen Kerncurricula in der jeweils gültigen Fassung. 

Für das Landesabitur (schriftliches Abitur / erster Prüfungsteil) sind alle obligatorischen Inhalte der Halbjahre von Q1 bis Q3 der gewählten 4 schriftlichen Prüfungsfächer relevant, für die mündlichen Prüfungen die Inhalte von Q1 bis Q4 der gewählten Prüfungsfächer.

Wie viele und welche Fremdsprachen werden geprüft?

Es werden zwei Fremdsprachen geprüft, entweder eine schriftlich als Leistungs- oder Grundkursfach und die zweite mündlich, oder beide Fremdsprachen mündlich.
 
Als Prüfungsfach können Fremdsprachen zugelassen werden, wenn sie Prüfungsfächer an öffentlichen Gymnasien sind. Derzeit sind dies Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Italienisch, Latein und Alt-Griechisch.

Für besonders befähigte Berufstätige gilt: 

Es wird eine Fremdsprache entweder schriftlich oder mündlich geprüft.

Welche Fächer werden schriftlich geprüft?

Unter den Fächern der schriftlichen Prüfung müssen sein:

  1. Deutsch,
  2. Geschichte oder Politik und Wirtschaft,
  3. Mathematik und 
  4. eine Naturwissenschaft oder eine Fremdsprache.

Zwei Fächer werden als Leistungsfächer und zwei als Grundkursfächer geprüft. Eines dieser Leistungsfächer muss eine Fremdsprache oder Mathematik oder eine Naturwissenschaft sein (siehe OAVO § 45 Abs. 4).

Für eine Nichtschülerabiturprüfung mit beruflichem Schwerpunkt gilt:

Unter den schriftlichen Prüfungsfächern müssen folgende Fächer sein:

  • Deutsch oder eine Fremdsprache
  • Geschichte, Politik und Wirtschaft, Ernährungsökonomie, Psychologie, Gesundheitsökonomie, Umweltökonomie, Rechnungswesen oder Datenverarbeitung
  • Mathematik
  • das Fach der gewählten Fachrichtung oder des gewählten Schwerpunkts.

Die zwei Leistungsfächer sind:

  • Deutsch, eine Fremdsprache oder Mathematik
  • das Fach der gewählten Fachrichtung oder des gewählten Schwerpunkts nach OAVO § 19 Abs. 2.


Für besonders befähigte Berufstätige gilt: 

Unter den Fächern der schriftlichen Prüfung müssen sein (siehe OAVO § 45 Abs. 10).:

  1. ein von der Antragsstellerin oder dem Antragssteller benanntes wissenschaftliches Fach, das als Studiengang an einer wissenschaftlichen Hochschule des Landes Hessen angeboten wird,
  2. Deutsch,
  3. Mathematik oder eine Fremdsprache. 
Welche Fächer werden mündlich geprüft?

Die mündlichen Prüfungen umfassen vier weitere Fächer, die nicht Fächer der schriftlichen Prüfungen sein dürfen.
 
Zu beachten ist: Pflichtfächer des ersten und zweiten Prüfungsteils sind unter anderem eine Naturwissenschaft und zwei Fremdsprachen. Wenn in der schriftlichen Prüfung die Naturwissenschaft als Leistungsfach gewählt wird, müssen die zwei Fremdsprachen in der mündlichen Prüfung enthalten sein; wird in der schriftlichen Prüfung eine Fremdsprache gewählt, muss die Naturwissenschaft in der mündlichen Prüfung vorhanden sein. 

Für eine Nichtschülerabiturprüfung mit beruflichem Schwerpunkt ist zu beachten:

Unter den Fächern des ersten und zweiten Prüfungsteils müssen sich Deutsch, eine Naturwissenschaft und zwei Fremdsprachen befinden.

Für besonders befähigte Berufstätige gilt:

Die mündlichen Prüfungen umfassen drei Fächer

  1. das gewählte wissenschaftliche Fach,
  2. Mathematik oder eine Fremdsprache (das nicht gewählte Fach der schriftlichen Prüfung),
  3. eine Naturwissenschaft oder ein Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld (zum Beispiel Geschichte oder Erdkunde).
     

Zu beachten ist: Ausnahmeregelungen gelten, sollten als wissenschaftliches Fach eines der Fächer Mathematik, Fremdsprache oder Deutsch gewählt werden. Sollte es sich beim wissenschaftlichen Fach um die Naturwissenschaft oder ein Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld handeln, kann dieses Fach nicht Gegenstand der mündlichen Prüfung sein.

Welche Bedingungen gelten für Leistungsfächer?

Es müssen vertiefte und erweiterte Kenntnisse nachgewiesen werden. Zu beachten sind auch die Kerncurricula gymnasiale Oberstufe (KCGO) in den einzelnen Fächern. 

Wo kann ich mich über die Inhalte der Prüfungen und die Durchführungsbestimmungen informieren?

Die schriftlichen Prüfungen werden zeitgleich und vor allem inhaltsgleich mit den Prüfungen des hessischen Landesabiturs abgelegt, das in allen Gymnasien mit zentralen Prüfungsaufgaben geschrieben wird.
 
Die Kerncurricula, Informationen zu den Lehrplänen, Prüfungsmodalitäten, Leselisten und Handreichungen (für einige Fächer) sind auf den Internetseiten des Hessischen Kultusministeriums zu finden.

Wann und wo finden die Prüfungen statt?

Die schriftlichen Prüfungen finden zeitgleich mit dem hessischen Landesabitur an unterschiedlichen Prüfungsschulen statt. Die jeweils geltenden Termine entnehmen Sie bitte den Veröffentlichungen auf der Homepage des Hessischen Kultusministeriums.

Die mündlichen Prüfungen finden im Juni statt und werden von der jeweiligen Prüfungsschule individuell terminiert.
 
Welcher Prüfungsschule Sie zugeordnet werden, hängt unter anderem von der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Prüfungsjahr ab. Grundsätzlich wird sich um eine Prüfung an einer wohnortnahen Schule bemüht.

Wann gilt eine Prüfung als bestanden?

Den ersten Prüfungsteil hat bestanden, wer in keinem Fach dieses Prüfungsteils null Punkte und in mindestens 2 Prüfungsfächern (darunter einem Leistungsfach) jeweils 5 Punkte in einfacher Wertung und insgesamt für den gesamten ersten Prüfungsteil (in mehrfacher Wertung) 220 Punkte erreicht hat. Auf Verlangen können Sie in höchstens 2 Fächern des ersten Prüfungsteils noch mündlich geprüft werden.
 
Nur wer den ersten Prüfungsteil bestanden hat, kann zum zweiten Prüfungsteil zugelassen werden. Den zweiten Prüfungsteil hat bestanden, wer in keinem Fach dieses Prüfungsteils null Punkte, in mindestens 2 Fächern jeweils 5 Punkte in einfacher Wertung und insgesamt (wiederum in mehrfacher Wertung) mindestens 80 Punkte erreicht hat.
 
Wer beide Prüfungsteile bestanden hat, erhält das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife.

Für besonders befähigte Berufstätige gilt:

Den ersten Prüfungsteil hat bestanden, wer in der Summe aller Teile der schriftlichen Prüfung mindestens 15 Punkte in einfacher Wertung erreicht hat. Dabei darf kein Teil der Prüfung mit weniger als vier Punkten in einfacher Wertung abgeschlossen sein. Die Prüfung ist insgesamt bestanden, wenn in der Summe aller Teile der schriftlichen und mündlichen Prüfung insgesamt mindestens 30 Punkte in einfacher Wertung erreicht werden. Auf Verlangen können Sie in höchstens 2 Fächern des ersten Prüfungsteils noch mündlich geprüft werden. Auf Verlangen kann in höchstens 2 Fächern des ersten Prüfungsteils noch eine mündliche Zusatzprüfung stattfinden.
 
Nur wer den ersten Prüfungsteil bestanden hat, kann zum zweiten Prüfungsteil zugelassen werden. Wer beide Prüfungsteile bestanden hat, erhält das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife.

Kann die mündliche Prüfung im Falle eines Nichtbestehens wiederholt werden?

Die Nichtschülerabiturprüfung kann nur im Ganzen und frühestens ein Jahr nach dem ersten Versuch wiederholt werden. Einzelne Teile können nicht unabhängig voneinander wiederholt werden. Ein Wechsel der Prüfungsfächer ist nicht zulässig. Sie können die Nichtschülerabiturprüfung einmal wiederholen, wenn die Prüfung nicht bereits den Status einer Wiederholungsprüfung hatte.

Kann man auch die Fachhochschulreife erwerben?

Laut OAVO § 48 Abs. 11 kann der schulische Teil der Fachhochschule erworben werden, auch wenn die Nichtschülerabiturprüfung nicht bestanden wurde.
 
Voraussetzung dafür ist, dass in der Prüfung in 7 Fächern, darunter Deutsch, eine Fremdsprache, Mathematik, eine Naturwissenschaft und Geschichte oder ein anderes gesellschaftswissenschaftliches Fach zusammen mindestens 35 Punkte in einfacher Wertung erreicht wurden. Dabei müssen in Deutsch, einer Fremdsprache, Mathematik und einer Naturwissenschaft zusammen mindestens 20 Punkte in einfacher Wertung erreicht sein. Es dürfen aber nur höchstens 3 Fächer, darunter nur 1 Leistungsfach, mit weniger als 5 Punkten (in einfacher Wertung) und keines mit null Punkten bewertet sein.

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