Erwerb des mittleren Abschlusses auf dem zweiten Bildungsweg

Die Nichtschülerprüfung zum Erwerb des mittleren Abschlusses (Realschulabschluss) ist eine besondere Prüfungsform für Personen, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht einschließlich ihrer Verlängerungsmöglichkeiten unterliegen und keine öffentliche allgemeinbildende oder berufliche Vollzeitschule besuchen.

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Eine Gruppe Jugendlicher; eine junge Frau schaut den Betrachter an

Voraussetzungen und Zuständigkeit

Für die Organisation und Durchführung der Prüfungen sind die einzelnen Staatlichen Schulämter in ihren Aufsichtsbereichen zuständig. Für alle Grundsatzfragen, die mit den Prüfungen für Nichtschülerinnenund Nichtschüler zusammenhängen, ist das Staatliche Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis zuständig.

Die Vorbereitung auf die Prüfung erfolgt in speziellen Kursen bei einem Träger der Erwachsenenbildung. Personen, die ihren Realschulabschluss nachholen möchten und die Zulassungsbedingungen erfüllen, können sich über das Vorbereitungsinstitut bei ihrem zuständigen Staatlichen Schulamt zur Prüfung anmelden.

Die Zulassung zur Prüfung ist nicht möglich, wenn die Bewerberin oder der Bewerber

  • bereits einen gleichwertigen Bildungsabschluss erworben hat,
  • den Wohnsitz oder Arbeitsplatz nicht in Hessen hat,
  • sich nicht durch einen Vorbereitungslehrgang eines Trägers der Erwachsenenbildung vorbereitet hat,
  • zweimal die Prüfung nicht bestanden hat,
  • die Zulassungsunterlagen unvollständig oder nicht rechtzeitig beim Staatlichen Schulamt aus Gründen, die sie oder er zu vertreten hat, abgegeben hat.
     

Für die Meldung einzureichende Unterlagen

Dem Meldebogen sind die nachfolgenden Unterlagen beizufügen:

  • eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde oder eine beglaubigte Kopie der Personaldokumente,
  • ein Lichtbild neueren Datums,
  • ein tabellarischer, unterschriebener Lebenslauf mit Darstellung des Bildungsganges,
  • beglaubigte Kopien des Abgangs- oder Abschlusszeugnisses der letzten besuchten allgemeinbildenden und/oder beruflichen Schule,
  • eine Erklärung darüber, ob der Versuch, die entsprechende Prüfung abzulegen, schon einmal unternommen wurde oder nicht,
  • bei Minderjährigen die Zustimmungserklärung der Eltern,
  • gegebenenfalls eine beglaubigte Kopie des Zeugnisses über den erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes, wenn das Zeugnis als Ersatz für die Präsentation auf Grundlage einer Hausarbeit anerkannt werden soll.
     

Zulassung zur Prüfung und Ablauf

Wer die Zulassungsbedingungen erfüllt und alle Unterlagen fristgerecht abgegeben hat, wird zur Nichtschülerprüfung zugelassen.

Die Prüfung besteht aus mehreren Teilen:

  1. der Präsentationsprüfung auf der Grundlage einer Hausarbeit,
  2. den schriftlichen Prüfungen und
  3. den mündlichen Prüfungen.

Das Thema der Hausarbeit muss nach vorheriger Beratung dem Leiter oder der Leiterin des Vorbereitungskurses zur Genehmigung vorgelegt werden. Vorbereitung und Erstellung der Hausarbeit erfolgen vor den schriftlichen Prüfungen in der Verantwortung des Trägers. Die Hausarbeit ist der Prüferin oder dem Prüfer fünf Werktage vor der Prüfung abzugeben. Sie ist Voraussetzung der Zulassung zur Präsentationsprüfung, jedoch nicht Grundlage der Benotung.

Die Präsentation des Themas wird von einer Fachkommission beurteilt und bewertet. Die Kriterien sind die fachliche und methodische Kompetenz sowie der Medieneinsatz.

Es werden vier Fächer schriftlich geprüft. Deutsch, Mathematik und eine europäische Fremdsprache (in der Regel Englisch) sind Pflicht, das vierte Fach ist aus den unten aufgeführten Fächern oder Lernbereichen wählbar:

  • Lernbereich Gesellschaftslehre oder
  • eines der Fächer: Geschichte, Erdkunde, Politik und Wirtschaft oder
  • Lernbereich Naturwissenschaften oder
  • eines der Fächer: Physik, Chemie, Biologie.

Nach den schriftlichen Prüfungen werden vier Fächer mündlich geprüft. Deutsch, Mathematik und eine europäische Fremdsprache (in der Regel Englisch) sind Pflicht, das vierte Fach ist aus den unten aufgeführten Fächern oder Lernbereichen wählbar:

  • Lernbereich Gesellschaftslehre oder
  • eines der Fächer: Geschichte, Erdkunde, Politik und Wirtschaft oder
  • Lernbereich Naturwissenschaften oder
  • eines der Fächer: Physik, Chemie, Biologie. 

Fächer bzw. Lernbereiche, die Bestandteil der schriftlichen Prüfungen oder der Präsentation auf der Grundlage einer Hausarbeit waren, können nicht viertes, mündliches Prüfungsfach sein. 

Das zuständige Staatliche Schulamt stellt bei erfolgreicher Prüfung das Zeugnis aus.

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